Zeit für Nichts
Nehmen Sie sich Zeit für den Artikel über Nichts aus Modern Tiemes 02/2005
"Wovor hast du Angst ?", fragte sie. " Vor der Leere, der Dunkelheit, dem Nichts", antwortet der Mann. " dann komm mit mir", sagte sie und nimmt ihn bei der Hand. Sie führt ihn auf die Wiese vor ihrem Haus. Nacht senkt sich über das Land. " Setz dich", fordert sie ihn auf. " Aber es wird schon dunkel, wir sollten hinein gehen. Ich muß noch arbeiten", drängt er. Doch da sitzt sie, mitten im Gras, regungslos, schweigend. Unruhig geht er auf und ab, denkt an seine endlose Rückrufliste, offene Punkte auf seiner Agenda, die Termine des nächsten Tages. Sein Kopf scheint zu zerspringen, sein Körper schreit nach Aktivität. Und sie sitzt einfach da, beharrlich schweigend, den Blick auf den Himmle gerichtet. Neugierig geworden läßt er sich schließlich neben ihr nieder und sieht nach oben. Die Sterne funkeln, hier und da blinken die Lichter eines Flugzeugs, weit weg der sanfte Schimmer einer Stadt, der den Horizont erhellt. Dazwischen absolute Dunkelheit wie schwarzer Samt, der ihn magisch anzieht, eine Tiefe, in der seine Gedanken sich reihen wie Perlen einer Kette und dann verleiren. Er weiß nicht, wann und wie es gesschieht. Aber aus der Stille der Dunkelheit, die ihn umgibt, durchströmt ihn ein ihm bisher unbekannter Friede, eine Kraft, wie er sie noch nie verspürt hat. " Das wollte ich dir zeigen", sagte sie.

